Weihnachten
Weihnachten das Fest der Liebe. So lautet das Motto des
beliebtesten Feiertages in Deutschland, zumindest der beliebteste von allen
Kindern. Schon Mitte Oktober leiten die
Supermärkte das ganze Spektakel mit Spekulatius und Lebkuchen ein. Man hört das
stöhnen der Erwachsenen wenn sie diese Leckereien in den Regalen entdecken.
Denn für diese Spezies ist es ein halber Albtraum. Die ganze Familie vereint in
einem Raum. Lieblos ausgesuchte Geschenke die von Hand zu Hand gereicht werden.
Die ganze vorherige Hetzerei durch die überfüllten Geschäfte auf der Suche nach
einem Geschenk das Mami eine Freude bereiten könnte. Ziellos rennen tausende
von verzweifelten Menschen in die Geschäfte. Viele Mutti’s rennen mit Tüten
überfüllt durch die Straßen um auch ja noch das tollste und teuerste Geschenk
für die lieben Kleinen zu bekommen. Doch auch die verzweifelten Männer sieht
man deprimiert durch die Läden stapfen. Zu teuer, zu groß, zu klein, zu
hässlich, zu glitzernd. Nie findet man das richtige und falls man denkt man hat
es gefunden, gefällt es „ihr“ am Ende eh nicht. Die anderen, die gerade nicht
am Geschenke suchen sind vertreiben sich die Weihnachtszeit auf dem
Weihnachtsmarkt. Mit überteuertem Glühwein wird sich dann abgeschossen und an
den Verkaufsständen das letzte Geld rausgeworfen. Wenn man mit den kleinen
Monstern noch unterwegs ist wird der ganze Spaß noch viel kostspieliger. Dann
wird mal eben für zwei Euro zwei Runden lang im Kreis um einen Weihnachtsbaum
gefahren. Oder man gibt unzähliges Geld an den ganzen Süßigkeitsständen aus.
Das Portmonnaie nimmt ab, der Rest nimmt zu. Doch das liegt nicht nur an den
tollen Marktsüßigkeiten. Am Heiligabend gibt es in jedem Haus ein „Festessen“.
Die einen Essen die letzte Gans, die anderen gebratene Thüringer Spezialität
mit Kartoffelsalat und die anderen Essen einen tollen Fett triefenden Braten. Am
Tisch dann die schlimmsten Gespräche die man führen kann. Mit Fragen wie, wie
läuft es in der Schule oder an der Arbeit werden die Brut dann gequält. Nachdem die ganze Familie zwei Kilo zugelegt
hat stürzen sie sich auf die Geschenke die ungefähr 10 Kilo
Geschenkepapier-Abfall abgeben. Wenn klein
Hänschen dann von Omi die tollen selbst gestrickten Socken auspackt, ist der
Abend erst recht gelaufen. Oder es kommt noch schöner. Papa stürzt sich voller
Freude auf die Geschenke von seinem Sohnemann und im nächsten Moment ist die
Hälfte kaputt. Der Kleine weint und die Ehefrau ist stink sauer. Doch danach
folgt ja noch das schönste. Die Kleine kommt mit ihrer Gitarre und die ganze
Familie singt Weihnachtslieder. Wenn die Nachbarn dann jedes Jahr wieder wegen
Lärmbelästigung die Polizei rufen, findet man noch ein paar die sich den ganzen
Spaß mit antuen können. Doch im
Mittelpunkt des Raumes steht ein weiterer überteuerter Verkaufsschlager. Der
Tannenbaum. Entweder wird er in manchen Familien schon im Mai gezüchtet. Oder
in besonders speziellen am letzten Tag vor Weihnachten gekauft. Dann rennt Papa
ganz durchgeschwitzt zum Bäumchenhändler und kauft das letzte total runtergekommene
Stück für einen unverschämt teuren Preis. Das ganze Ding ist dann so hoch, dünn
und schmal aber trotzdem total schwer, dass er sich als er das geschätzte Stück
vom Auto ins Haus manövriert noch fast einen Hexenschuss holt. Am
Vorweihnachtsabend liegt dann Papa von Schmerzen gequält auf dem Sofa mit
seiner Herzdame. Diese schaut ganz vergnügt mal wieder, wie die letzten 5 Jahre
zuvor, denselben kitschigen Weihnachtsfilm. Vom Kinderzimmer aus strömt ganz vergnügt
ein „Alle Jahre wieder“. Tja, so ist das wohl, unser Fest der Liebe. Am
schönsten ist doch die Zeit danach, wenn man mit den Kassenzetteln in alle
Läden zurückströmt und die ganzen Geschenke in die Dinge umtauscht, die man
sich wirklich gewünscht hat.
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